Girls in Politics: Junge Frauen entdecken die Stadtpolitik
20 Schülerinnen aus Leoben tauschten für einen Tag das Klassenzimmer gegen den Gemeinderatssitzungssaal und erhielten spannende Einblicke in die Stadtpolitik. Bei „Girls in Politics“ erfuhren sie, wie politische Entscheidungen entstehen, welche Aufgaben eine Stadt übernimmt und warum es wichtig ist, dass junge Frauen ihre Zukunft aktiv mitgestalten.
Leoben, 14.10.2026
Politik hautnah erleben: 20 Schülerinnen blickten bei „Girls in Politics“ hinter die Kulissen der Stadt Leoben und entdeckten, wie vielfältig Stadtpolitik ist und wo sie selbst mitgestalten können. Begleitet wurden sie dabei von Gemeinderätin Margit Keshmiri (r.); Bild: leopress
Einmal dort Platz nehmen, wo sonst die Leobener Gemeinderät:innen über die Zukunft der Stadt beraten: Diese Gelegenheit hatten am 12. Oktober 20 Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Sechs Schülerinnen der HLW Leoben und 14 Schülerinnen der Mittelschule Innenstadt, begleitet von Lehrerin Katharina Handl-Seidler, nahmen an der Aktion „Girls in Politics“ teil.
Bürgermeister Kurt Wallner begrüßte die Mädchen im Gemeinderatssitzungssaal des Rathauses. Dort durften sie auf den Plätzen der politischen Entscheidungsträger Platz nehmen und erfuhren, wie die Stadtpolitik funktioniert. Gemeinderätin Margit Keshmiri brachte die Perspektive von Frauen in der Politik ein und vermittelte, warum es wichtig ist, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.
„Politik braucht junge Frauen, die mitreden, Fragen stellen und ihre Ideen einbringen. Ich möchte die Mädchen ermutigen, sich etwas zuzutrauen und unsere Stadt mitzugestalten“, betonte Bürgermeister Kurt Wallner. „Politische Teilhabe beginnt nicht erst mit einem Amt oder einer Kandidatur. Sie beginnt mit Interesse, Fragen und dem Mut, die eigene Meinung zu vertreten. Genau dafür bot dieser Tag in Leoben viele Gelegenheiten“, ergänzt Gemeinderätin Margit Keshmiri.
Stadtpolitik zum Anfassen
Anschließend ging es mit einem Sonderbus der Leobener Stadtwerke auf Entdeckungstour durch die Stadt. Dabei wurde deutlich, wie viele Bereiche des täglichen Lebens von kommunalen Entscheidungen geprägt sind.
Vom Kindergarten Mühltal, wo die Stadt wichtige Voraussetzungen für die Kinderbetreuung schafft, führte die Fahrt durch Lerchenfeld mit seinen Gemeindewohnungen und dem sozialen Wohnbau. Auch die S-Bahnstation, der Friedhof und die städtischen Betriebe standen auf dem Programm. Bei den Stadtwerken, am Wirtschaftshof, in der Stadtgärtnerei mit ihren Glashäusern und beim Altstoffsammelzentrum erhielten die Mädchen Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der Stadt.
Corinna Schaffer, Leiterin der Stadtbibliothek und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, begleitete die Tour mit Wissenswertem zur Geschichte der Stadtteile. So verband der Ausflug aktuelle kommunale Aufgaben mit einem Blick auf die Entwicklung Leobens.
Beim offiziellen Festakt mittendrin
Den Abschluss bildete die feierliche Eröffnung des neuen Bildungszentrums Fröbelgasse. Die Schülerinnen waren beim offiziellen Festakt dabei und erlebten unmittelbar, wie ein solcher Termin mit Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Bildungswesen abläuft. Anschließend führte Bernhard Wohlfahrt, Leiter des Referats Bildung der Stadt Leoben, die Gruppe durch das neue Schulgebäude. Die Mädchen zeigten großes Interesse und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Mehr Mädchen für die Politik begeistern
„Girls in Politics“ verfolgt ein klares Ziel: Mädchen sollen frühzeitig erfahren, dass Politik keine reine Männerdomäne ist und ihre Meinungen und Ideen gefragt sind. Die Aktion macht politische Abläufe verständlich, zeigt weibliche Vorbilder und ermutigt junge Frauen, selbstbewusst mitzureden und Verantwortung zu übernehmen. „Girls in Politics“ findet seit 2022 jährlich rund um den Internationalen Tag der Mädchen am 11. Oktober statt. Die Initiative des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung, des Österreichischen Gemeindebundes und des Österreichischen Städtebundes soll Mädchen für politische Mitgestaltung begeistern und langfristig mehr Frauen in politischen Funktionen sichtbar machen.
Fragen ausdrücklich erwünscht: Beim Besuch des Bildungszentrums Fröbelgasse nutzten die Mädchen die Gelegenheit, Bürgermeister Kurt Wallner persönlich ihre Fragen zu stellen; Bild: Russold
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