Fröbelgasse macht Schule

Leobens drittes Bildungszentrum verbindet die Architektur der Fünfzigerjahre mit zeitgemäßer Pädagogik, einer neuen Turnhalle und großzügigen Freiräumen.

Leoben, 10.09.2026

Gruppenbild mit Bürgermeister, Direktorin und Stadtbaudirektor

vl. Neue Räume für modernes Lernen: Bürgermeister Kurt Wallner, Schulleiterin Susanne Winterer und Stadtbaudirektor Heimo Berghold im Innenhof des neuen Bildungszentrum Fröbelgasse; Bild: Russold

Nach den Bildungszentren Innenstadt und Pestalozzi ist die Fröbelgasse das dritte moderne Bildungszentrum der Stadt Leoben. Dafür werden die Volksschulstandorte Leitendorf und Göß zusammengeführt. Schulorganisatorisch wird der neue Standort unter der offiziellen Bezeichnung „Pflichtschulcluster Leoben-Fröbelgasse“ geführt. Ab dem Schuljahr 2026/27 bietet das Bildungszentrum Fröbelgasse Platz für bis zu 400 Schüler:innen in 16 Klassen.

Das Projekt reagiert auf demografische Veränderungen und neue pädagogische Anforderungen. Gleichzeitig wird ein besonders qualitätsvolles Baudenkmal behutsam weiterentwickelt. Die Stadt investiert dafür 20,3 Millionen Euro.

„Das Bildungszentrum Fröbelgasse zeigt, wie Schule heute funktionieren kann: offen, vielseitig und mit viel Raum für gemeinsames Lernen, Bewegung und Begegnung. Gleichzeitig bewahren wir die besondere Architektur dieses Hauses und führen sie behutsam in die Zukunft. Mit 20 Millionen Euro investieren wir damit nicht nur in ein Gebäude, sondern vor allem in beste Bedingungen für unsere Kinder und ihre Bildung“, sagt Bürgermeister Kurt Wallner.

Ein Schulbau mit Geschichte

Die denkmalgeschützte Volksschule wurde während der Amtszeit von Bürgermeister Gottfried Heindler vom Leobener Architekten Emmerich Donau geplant und 1953/54 errichtet. Sie gilt als besonders authentisch erhaltenes Beispiel funktionalistischer Architektur der Fünfzigerjahre. Auch im Inneren blieben zahlreiche originale Elemente erhalten, darunter Terrazzoböden, Mosaike, Holzportale, Klassenzimmertüren, Holzfenster und teilweise die charakteristischen Umkleideschränke. Diese Qualitäten bildeten die Grundlage für die Sanierung und Erweiterung: Ziel war kein vollständiger Neuanfang, sondern die Weiterentwicklung des Bestands zu einem modernen
Bildungszentrum.

Die Schulgemeinschaft plante mit

Mitentscheidend für die sozial nachhaltige Ausrichtung des Projekts war die frühzeitige Beteiligung der gesamten Schulgemeinschaft. Schüler:innen, Lehrer:innen, Betreuungspersonal, Schulleitung und Hauspersonal wurden frühzeitig in die Planung eingebunden. In einer „nonconform ideenwerkstatt“ wurden Funktionen, Nutzungen und räumliche Anforderungen gemeinsam erarbeitet. Die Ergebnisse flossen als Vorgabe in den Architekturwettbewerb ein, den das Wiener
Büro Franz&Sue gewann. Nach dem Spatenstich am 10. März 2025 wurde das Bildungszentrum bis Sommer 2026 errichtet.

Mehr Raum für modernes Lernen

Neben der technischen Sanierung wurde die räumliche Organisation der Schule neu gedacht. Die bestehende Gangstruktur blieb erhalten, wird nun aber auch für gemeinsames Lernen, Begegnung und Betreuung genutzt.

Ein gemeinsamer Hof verbindet alt und neu

Das Konzept verbindet den dreigeschossigen Schulbau, den bestehenden Verbindungstrakt und den ursprünglichen Turnsaal mit neuen Gebäudeteilen. Ein neuer Umkleidetrakt führt zur Turnhalle, die in Holzbauweise errichtet und mit einer PV-Anlage auf dem Dach ausgestattet wurde. Sie steht auch Vereinen zur Verfügung.

Ein umlaufender Wandelgang mit integrierter Freiluftklasse verbindet die Bereiche und fasst sie zu einem geschützten Hof zusammen. Dazu kommen Vorplatz, Sportbereich, Parkanlage und weitere Freiflächen. Im Zentrum liegt der begrünte Pausenhof mit Platz zum Spielen, Erholen und Austoben.

Drei Bildungszentren, eine gemeinsame Strategie

Das Bildungszentrum Fröbelgasse ist Teil der langfristigen Bildungsstrategie der Stadt Leoben. Mit den Bildungszentren Pestalozzi, Innenstadt und Fröbelgasse wurden drei Standorte geschaffen, die moderne Pädagogik, zeitgemäße Architektur und nachhaltige Stadtentwicklung verbinden.

Jedes Bildungszentrum hat dabei ein eigenes Profil. In der Fröbelgasse steht besonders die Verbindung des denkmalgeschützten Bestands mit den Anforderungen einer modernen Schule im Mittelpunkt. So wird aus einem besonderen Bauwerk der Fünfzigerjahre ein Bildungszentrum für kommende Generationen.

Neues Verkehrskonzept rund um die Schule

Die Sicherheit der Kinder auf dem Weg zum neuen Bildungszentrum Fröbelgasse hat hohe Priorität, deshalb wurde ein umfassendes Verkehrskonzept erarbeitet. Ein zentraler Bestandteil des Verkehrskonzepts ist die Schulstraße direkt vor dem Bildungszentrum. Sie bedeutet, dass dieser Straßenabschnitt zu festgelegten Zeiten weitgehend vom motorisierten Verkehr freigehalten wird. Auch die Linienbusse der Stadtwerke fahren bewusst nicht direkt in die Schulstraße ein. Damit entsteht unmittelbar vor der Schule ein geschützterer Bereich mit deutlich weniger Fahrzeugverkehr. Kinder können die Fahrbahn zu Fuß nutzen und erhalten mehr Platz für ein sicheres Ankommen und Verlassen der Schule. Für jene Fahrten, die aufgrund gesetzlicher Ausnahmen weiterhin zulässig sind, gilt Schrittgeschwindigkeit.

Die Schulstraße wird an jedem Schultag dreimal täglich wirksam und orientiert sich bewusst an den wichtigsten Bring- und Abholzeiten:

  • morgens von 7:30 bis 8:00 Uhr beim Bringen der Kinder,
  • mittags von 11:30 bis 13:00 Uhr beim Abholen nach dem Unterricht,
  • nachmittags von 16:45 bis 17:15 Uhr für die Kinder der Ganztagesschule.

Während dieser Zeiten dürfen Eltern mit ihren Fahrzeugen nicht bis unmittelbar vor die Schule fahren. Für das sichere Ein- und Aussteigen steht in der Josef Heißl-Straße eine eigene Elternhaltestelle zur Verfügung. Dadurch soll gerade vor dem Schuleingang möglichst wenig Verkehr entstehen.

Weitere Details zum Projekt Leoben-Fröbelgasse gibt es hier.

Direktorin und Bürgermeister am Eingangsschild des Bildungszentrums Fröbelgasse

Bereit für den Schulstart im neuen Bildungszentrum Fröbelgasse: Bürgermeister Kurt Wallner und Schulleiterin Susanne Winterer freuen sich auf den Beginn des Schuljahres; Bild: Russold

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