Städtische Spielräume

Der Kinderspielplatz als Ort der Gemeinsamkeit und des sozialen Lernens.

Leoben, 02.06.2021

Bürgermeister Wallner und Referatsleiter Kieninger am Spielplatz

Bürgermeister Kurt Wallner (l.) und Alois Kieninger, Leiter des Referats Grünflächen und Friedhöfe, mit dem fünfjährigen David; Bild: Foto Freisinger

Spielräume für ein gemeinsames Miteinander

Sozialverhalten muss erlernt werden und dazu bieten gerade Kinderspielplätze die passenden Möglichkeiten. Studien zeigen, dass Spielplätze zu den wichtigsten Orten für die Entwicklung der Kinder außerhalb des häuslichen Bereiches gehören. Kinderspielplätze sind Orte, wo sich Kinder jeden Alters aufhalten können und wo das Miteinander wichtig ist.

„Der Name Kinderspielplatz ist ein historischer Begriff. Jeder verbindet damit einen Ort, wo man spielen kann, Freunde trifft und wo es lustig und entspannend ist. So soll es auch weiterhin sein, für alle Altersgruppen. Im Sinne des Generationsgedankens wird auch überlegt, Bereiche kinderfreundlich zu gestalten, die nicht auf den ersten Blick als Kinderspielplatz gelten. So wird gerade geprüft, auf dem Hauptplatz kindgerechte Sitzmöbel aufzustellen“, sagt Bürgermeister Kurt Wallner.

Den Verantwortlichen der Stadt Leoben ist sehr wichtig, verschiedene Bereiche für die verschiedenen Altersgruppen zu schaffen. Der Sanierung und Neuplanung von Kinderspielplätzen geht in Leoben seit 1993 ein sogenannter Beteiligungsprozess voraus, wo sich die zukünftigen Spielplatzbenützer, aber auch Anrainer und Interessierte aus der Nachbarschaft zum Spielplatz mit ihren Wünschen und Vorstellungen einbringen können. Zum größten Teil werden die Vorschläge auch umgesetzt. So sind in den letzten Jahren diverse Spielplätze (zum Beispiel in Leoben-Judendorf oder in Leoben-Donawitz) mit einer sinnvollen räumlichen Aufteilung für die Benutzer geschaffen worden: Es gibt den Kleinkindbereich, den Bereich für die „etwas Größeren“ und – oftmals ein bisschen abgegrenzt – den sogenannten „Jugendbereich“. Die einzelnen Abschnitte wurden auch mit dem für die Altersgruppen passenden und adäquaten Mobiliar ausgestattet.

„Im Auftrag der Stadt schaffen wir Bereiche, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten können. Dabei nehmen wir ihre Wünsche und Bedürfnisse sehr ernst, um ihnen schöne Räume zur Verfügung zu stellen. Das Verhalten auf diesen öffentlichen Plätzen hängt aber auch immer von jedem einzelnen ab“, schätzt Alois Kieninger, Leiter des Referats Grünflächen und Friedhöfe, die Zusammenarbeit bei der Schaffung von Kinderspielplätzen.

In der letzten Gemeinderatssitzung wurden nun die Regeln zu den Kinderspielplätzen, die teilweise aus den 1960er Jahren stammen, der heutigen Zeit und den realen Verhältnissen angepasst. Rechtlich dürfen nun auch Personen bis 18 Jahre den Spielplatz im Sinne der dafür vorgesehenen Aktivitäten nutzen. „Regeln hat es schon immer gegeben, manche waren allerdings nicht mehr zeitgemäß und mussten angepasst werden. Wer sich an die Vorgaben hält, ist aber am Kinderspielplatz herzlich willkommen“, formuliert es Dominik Kumpusch, Leiter der Abteilung für Recht, Sicherheit und Soziales der Stadt Leoben.

Die Geschichte der städtischen Kinderspielplätze beginnt um 1900, das Konzept zum Kinderspielplatz stammt bereits aus dem 18. Jh., als man sich mit theoretischen Fragen der Pädagogik zu beschäftigen begann und sich die Gymnastik-Bewegung entwickelte. Erziehungs-Reformer wie der Schweizer Johann Pestalozzi und sein berühmtester Schüler, Friedrich Fröbel, initiierten Forschungsinstitute, in denen Kinder zu Leibesübungen angehalten und im Freien unterrichtet wurden. Bis zu den 1920er Jahren verbanden sich auf den öffentlichen Spielplätzen in Wien traditionelle Gymnastik-Ausrüstung mit Sandkästen und Gras-Spielfeldern. Modernes Spielplatz-Equipment tauchte erst nach dem Ende des 2. Weltkriegs auf. Heute wird der Kinderspielplatz als Erholungsraum aller Altersstufen und Geschlechter geschätzt.

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MSc
Gerhard Lukasiewicz