Stadt Leoben setzt auf Inklusion

Kooperation von Wirtschaftshof und Jugend am Werk für ein sauberes Judendorf.

Leoben, 23.08.2021

Gruppenbild

v.l. Bürgermeister Kurt Wallner, Gertrude K., Thomas Z., Heribert N. und Sandra Kleinhans, stellvertretende Leiterin von Jugend am Werk Leoben; Bild: leopress

Gute Zusammenarbeit mit Jugend am Werk

Seit mehreren Jahren kooperiert die Stadt Leoben mit Jugend am Werk unter anderem um die Kinder und Jugendlichen in den Leobener Schulen und Kindergärten mit frischer, regionaler Küche zu versorgen. Da diese Zusammenarbeit sehr gut funktioniert wurde die Kooperation nun auf die bereichsweise Reinigung von Leoben-Judendorf ausgeweitet. Seit Anfang Juli werden einmal pro Woche die Murwege und Spielplätze dieses Stadtteils von achtlos weggeworfenem Müll wie Papier, Dosen, Zigarettenstummeln, gefüllten Hundekotsackerln, getragenen Mund-Nasen-Schutzmasken und vielem mehr befreit.

Anerkennung und Wertschätzung

Die Reinigungstätigkeiten werden von Menschen mit Behinderung, die über Jugend am Werk Leoben begleitet werden, mit großer Sorgfalt erledigt. Diese Aufgabe erfüllt die Menschen mit Stolz und Zufriedenheit, da sie das Gefühl haben, wertvolle Arbeit zu leisten und den Leobenerinnen und Leobenern etwas zurückzugeben, indem sie ihre Wohlfühloasen sauber halten.

Sandra Kleinhans, stellvertretende Zweigstellenleitern von Jugend am Werk Leoben, erläutert: „Menschen mit Behinderung möchten wahr- und ernstgenommen werden. Jeder arbeitet nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. In der Folge sollen Anerkennung und Wertschätzung für den Menschen mit Behinderung entstehen. Wir erwarten uns Vorteile für beide Seiten, eine saubere Umgebung auf der einen Seite, Wertschätzung und Anerkennung für die Leistung unserer Klienten auf der anderen Seite.“

Win-win-Situation

Auch Bürgermeister Kurt Wallner sieht großes Potenzial in der Kooperation: „Jeder Mensch sehnt sich nach Anerkennung und dem Gefühl wertgeschätzt zu werden. Die Stadt Leoben möchte zu einer Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen beitragen und ihre Sichtbarkeit, Anerkennung und Inklusion in allen Lebensbereichen erhöhen. In diesem Fall handelt es sich um eine absolute Win-win-Situation. Wir geben den Leuten eine Aufgabe, die ihnen Freude bereitet und profitieren gleichzeitig von einem schöneren, sauberen Stadtbild.

Die Zweierteams, die vom Wirtschaftshof mit Arbeitskleidung und Werkzeug ausgestattet wurden, sind jeweils rund 1.5h unterwegs und füllen mit großem Eifer einen knappen Müllsack pro Tour an. Gertrude K. zeigt sich begeistert von ihrem neuen Aufgabenbereich: „Ich arbeite sehr gerne im Freien und wir haben immer viel Spaß bei der Arbeit!

Die Herausforderung für Jugend am Werk besteht darin, ihren Klienten gut verständliche Arbeitsunterweisungen zu geben, die auch schriftlich festgehalten und in regelmäßigen Abständen mit den Menschen mit Behinderung durchgegangen werden müssen. Ziel ist es Hygienestandards, wie das Benutzen von Handschuhen und Greifer zu etablieren, potentielle Gefahrensituationen, wie die Böschung zur Mur zu vermeiden und damit Arbeitsunfälle zu verhindern. Die Zusammenarbeit ist vorerst bis Oktober 2021 angelegt. Danach folgen eine Evaluierung bzw. die Umstellung auf die geänderten Anforderungen in der kalten Jahreszeit.

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Gerhard Lukasiewicz
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