KLAR! Murraum Leoben mit Strategien gegen den Klimawandel

Zusammenarbeit von fünf Gemeinden soll effiziente Ressourcennutzung und eine lebenswerte und klimafitte Umgebung schaffen.

Leoben, 07.07.2021

Gruppenbild

Im Bild v.l.: Ronald Schlager, Bürgermeister von St. Stefan ob Leoben, Karl Fadinger, Bürgermeister von St. Michael, Leobens Bürgermeister Kurt Wallner und Othilie Kraller, Vizebürgermeisterin von Proleb (Der Niklasdorfer Bürgermeister Johann Marak war kurzfristig verhindert); Bild: Foto Freisinger

Adäquate Anpassungsstrategien

Extreme Hitze, verheerende Unwetter, Dürreperioden – der Klimawandel wird immer deutlicher spürbar. Leoben gilt bereits als steirischer Hitzehotspot. Daher beschäftigt sich die Region seit geraumer Zeit mit den Herausforderungen des Klimawandels. In der Klimawandel-Anpassungsmodellregion „KLAR! Murraum Leoben“ arbeitet die Stadt Leoben mit den Umlandgemeinden Niklasdorf, Proleb, St. Michael und St. Stefan ob Leoben auf kommunaler Ebene eng zusammen, um adäquate Anpassungsstrategien zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels zu entwickeln. Ein erster Workshop mit den Bürgermeistern der fünf Gemeinden fand gestern im Neuen Rathaus in Leoben statt, denn eine starke regionale Zusammenarbeit, die durch die „KLAR! Murraum Leoben“ geschaffen wird, ermöglicht auch eine klimafitte Region für nachfolgende Generationen. Das Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds und dem Regionalmanagement Obersteiermark Ost gefördert und erhält Unterstützung durch die LEADER Region Steierische Eisenstraße.

Dringender Handlungsbedarf

Kurt Wallner, Bürgermeister der Stadt Leoben: „Die Hitzesommer der letzten Jahre haben uns massiv zu schaffen gemacht – sowohl im Hinblick auf das Stadtklima als auch in der Land- und Forstwirtschaft. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um sich so gut wie möglich an den Klimawandel anzupassen und bereits jetzt auf lokaler Ebene Maßnahmen zu setzen, damit die negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur verhindert bzw. reduziert werden. In der Stadt Leoben ist bereits viel geschehen, wenn man Großprojekte wie die Stadtwärme, den Ausbau der S-Bahn, die schrittweise Umsetzung des Radverkehrskonzepts und das, zusammen mit der ÖBB initiierte, Projekt „Mobilität 360°“ betrachtet. Es wird sich auch in Zukunft vieles tun, u.a. auch im Bereich der nachhaltigen Stromerzeugung, wenn man an das neue, derzeit in Planung befindliche, Murkraftwerk denkt. Von kommunalen Förderungen bei Photovoltaik, Solar und Biomasseheizungsanlagen profitiert nicht nur die Bevölkerung, sondern auch das Klima. Es ist unsere Pflicht, nachfolgenden Generationen eine intakte und lebenswerte Umwelt zu hinterlassen und aktiv Klimaschutz zu betreiben.“

Alternative Energiesysteme

Karl Fadinger, Bürgermeister von St. Michael: „Viele Haushalte, das Volkshaus, öffentliche Vereinshäuser, sowie die Volksschule, die Mittelschule, die Kinderkrippe und der Kindergarten werden bereits von unserem ortsansässigen Nahwärme-Heizkraftwerk versorgt. Dieses Heizkraftwerk wird einerseits durch Hackschnitzel und anderseits durch zwei kalorische Kraftwerke (Pelletsverköhlerung) betrieben. Seitens der Gemeinde werden bereits alternative Energiesysteme wie unter anderem Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Photovoltaik-Anlagen und solarthermische Anlagen gefördert. In Zukunft werden durch diese immer mehr werdenden und geförderten alternativen Energieversorgungsysteme die alten Heizungsanlagen ersetzt (z.B. Ölheizungen, alte Brennstoffkessel). In Zeiten wie diesen werden Rückzugsmöglichkeiten und Naherholungsgebiete für die Menschen immer wichtiger. Daher wird in der Marktgemeinde St. Michael zukünftig ein Augenmerk auf den Ausbau der Wanderwege beziehungsweise Fahrradwege und den Erhalt unseres Naherholungsgebietes Murinsel und den Biotopanlagen in der Vorderlainsach gelegt. Die 60.000 Fahrzeuge, die täglich an der A9, S6 und der S36 an St. Michael vorbeifahren, können wir als Marktgemeinde leider nicht verhindern.“

Beitrag zur Erhaltung der Umwelt

Johann Marak, Bürgermeister von Niklasdorf: „Niklasdorf ist schon seit längerem bemüht, nachhaltig zu handeln. Wie bekannt, betreibt die Firma Enages bei uns in Niklasdorf eine „Thermische Reststoffverwertungsanlage“ in der pro Jahr 100.000 Tonnen Restmüll verwertet werden. Nach der Verstromung und Nutzung des Dampfes für die Papierfabrik Brigl & Bergmeister wird die Restwärme, ab der heurigen Heizperiode, in das entstehende Fernwärmenetz geleitet. Des Weiteren sind wir, dabei, die Dachflächen unserer Gemeindegebäude mit Photovoltaik-Systemen auszustatten, um unser EVU mit sauberem Strom zu beliefern. Vielleicht ist es nur ein kleiner Teil des großen Ganzen aber wir leisten unseren Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt.“

Schaffung von Grünzonen

Werner Scheer, Bürgermeister von Proleb: „Proleb beteiligt sich beim Projekt KLAR! Murraum Leoben, da auch in unserer Gemeinde der Klimawandel bereits spürbar ist. Die Dauer der Hitze- und Trockenperioden verlängern sich merklich, auch verstärkte Unwetter sind nicht von der Hand zu weisen. Um für unsere nächsten Generationen ein lebenswertes Proleb zu hinterlassen sind wir gefordert Klimaschutzmaßnahmen zu setzen. Ein probates Mittel, das die Gemeinde Proleb plant, ist unter anderem die Schaffung von Grünzonen und Baumpflanzungen. Viele weitere Visionen sollen in den nächsten Jahren ausgearbeitet und realisiert werden.“

Umgang mit extremer Hitzebelastung

Ronald Schlager, Bürgermeister von St. Stefan ob Leoben: „Die Klimaerwärmung und die auch in unseren Breiten spürbar zunehmende Anzahl von Tagen mit starker Hitzebelastung stellt nicht nur ein erhebliches Risiko für die Gesundheit unserer Bürger dar, sondern ist insgesamt eine Herausforderung, der sich die Gemeinden in den nächsten Jahren mit geeigneten Maßnahmen stellen müssen. Einerseits gilt es, die Bevölkerung für den richtigen Umgang mit extremer Hitzebelastung zu sensibilisieren und andererseits muss auch das Thema Black-Out, Prävention und die Stärkung der Eigenverantwortung der Bevölkerung in den Vordergrund gerückt werden, um die immer öfter auftretenden Folgen schwerer Unwetter bestmöglich eindämmen zu können. Die Gemeinde St Stefan ob Leoben ist sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren Bürgern und künftigen Generationen bewusst und beteiligt sich deshalb am Projekt KLAR! Murraum Leoben!“

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