Franzobel schreibt für Leoben

Anlässlich des Industriekultur-Festivals entsteht ein mehrteiliges Theaterprojekt mit dem bekannten Autor.

Leoben, 29.06.2018

Schriftsteller und Vizebürgermeister

v.l.: Leobens Vizebürgermeister Maximilian Jäger, Autor Franzobel und Werner Schwaiger, künstlerischer Leiter des Festivals; Bild: Foto Freisinger

Festival im Rahmen eines EU-Projekts

Die Stadt Leoben ist seit Sommer 2016 Partner im EU-Projekt InduCult2.0, das sich mit der Nutzung von Industriekultur in peripher gelegenen Regionen beschäftigt. Beteiligt sind acht Regionen aus Deutschland, Österreich, Belgien, Italien, Tschechien, Slowenien, Kroatien und Polen.

Franzobel: Menschen formen die Region

Im Rahmen des heuer erstmals in der Stadt und Region Leoben stattfindenden Festivals zur Industriekultur kommen mehrere Projekte zur Umsetzung – unter anderem ein mehrteiliges Theaterprojekt, dessen Höhepunkt gemeinsam mit dem bekannten und vielfach ausgezeichneten Autor Franzobel erarbeitet wird. „Leoben, das sind für mich nicht die Schornsteine und Werksbahnschienen, das Bier und der Stahl, es sind die vielen Menschen, deren Lebensgeschichten in Summe die Geschichte der Region geformt haben und weiter formen werden“, so der renommierte Schriftsteller Franzobel.

Auftakt im September

Das Festival findet im Zeitraum von 1. September bis 5. Oktober 2018 statt. Den „spielerischen“ Auftakt bilden schon im September die drei Einpersonenstücke „Stahl“, „Stein“ und „Strom“. Diese erzählen aus verschiedenen Blickwinkeln die Vorgeschichte zum Hauptstück, „Styrical“.

Interviews und Erlebnisse als textliche Basis

Die Stücke werden vom Mürzzuschlager Werner Schwaiger, nach den im Vorfeld geführten Interviews und den gesammelten Eindrücken und Erlebnissen in der Region, verfasst und als Kabarett- bzw. Theaterkabarett angelegt. Mit den gewonnenen Materialien schafft Werner Schwaiger auch die textliche Basis, nach der Franzobel in einer Form des „Gegenschreibens“ das Hauptstück gestalten wird. Geplant ist ein satirisch-humoriges Episodenstück in verschiedenen Kellern und Schutzräumen eines scheinbar „postapokalyptischen“ Leobens. Knapp 30 SchauspielerInnen aller Altersgruppen wurden dafür in der Region gecastet.

Auch Filmprojekt und Workshops geplant

Das Festival wird neben dem diesjährigen Theater(kabarett)schwerpunkt unter anderem das Eröffnungsfest im MuseumsCenter, Kunst im öffentlichen Raum sowie ein Filmprojekt und Workshops beinhalten.

Schwerpunkt des 1. Festival-Jahres

„Im Zentrum des ersten Festival-Jahres steht der ‘industrielle’ Mensch. Menschen aus der Region, deren Leben und Tun durch Industrie und ihre Ausformungen geprägt wird – diese Lebensgeschichten und die damit verknüpften Emotionen und Schicksale formen die ‘Seele’ einer Region, geben jedem Ort eine ganz besondere, individuelle Bedeutung. Gesammelt erzählen sie aber vor allem die Geschichte einer Region der Gegenwart – und wenn man daraus die richtigen Schlüsse zieht, auch die Geschichte einer möglichen Zukunft“, streicht Vizebürgermeister Maximilian Jäger die Intention des ersten Festival-Jahres hervor.

Fotokennung: Foto Freisinger, honorarfrei abzubilden

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Gerhard Lukasiewicz