„Gestalten Sie Zukunft 2008 - 2017"
Strategischer Planungsprozess für die Stadt Leoben
Was bisher geschah
Fünf Jahre sind es nun her, seit das Stadtleitbild von Leoben im Jahr 2002 vom Gemeinderat der Stadt Leoben einstimmig beschlossen wurde. Fünf sehr erfolgreiche Jahre, in denen die Lebensqualität der Bewohner und Bewohnerinnen in Leoben verbessert, die Stadt als Universitäts- und Wirtschaftsstandort ausgebaut und gestärkt und der Tourismus und die Kultur gefördert wurden.
Die Ziele, die man sich damals setzte wurden größtenteils erfolgreich umgesetzt. Dies bezeugen die zahlreichen erledigten bzw. bearbeiteten Maßnahmen und Projekte, sei es das innerstädtische Einkaufszentrum, der Ausbau der Kompetenzzentren, die Anbindung von Judendorf durch die Nordspange oder der Ausbau der Au - hin zu einer touristischen Oase.
Eine Evaluierung des bestehenden Stadtleitbildes von Seiten des Institutes für Geographie und Raumforschung der Universität Graz ergab, dass von den 198 Maßnahmen und Projekten die im Jahr 2002 festgeschrieben wurden, mehr als die Hälfte dieser in den letzten fünf Jahren realisiert und umgesetzt werden konnten und viele sich noch in Umsetzung befinden.
Um auch weiterhin die erfolgreiche Leitbildumsetzung voranzutreiben, wurde vom Gemeinderat der Stadt Leoben eine Revision des Stadtleitbildes im Jahr 2007 beschlossen.
Im Zuge dessen finden wieder, wie vor fünf Jahren auch, Arbeitskreise und Diskussionsrunden zu verschiedenen leitbildrelevanten Themen statt.
Die ersten Diskussionsrunden zu den bestehenden 5 Arbeitskreisen mit den Themen,
„Kultur/Tourismus - Leoben“,
„Stadt/Leben - Leoben“,
„Kompetenz/Wertschöpfungs - Leoben“,
„Universitäts - Leoben“ und
„Kommunikations - Leoben“
fanden im Zeitraum vom 25. Juni bis 9. Juli 2007 in Leoben statt, an denen an die 80 interessierte und engagierte LeobenerInnen teilnahmen und heftig über ihre Stadt und die Zukunft Leobens diskutierten.
Meinungen und Ideen zu den bestehenden Leitbildern wurden ohne Scheu vorgebracht, neue Ziele und Strategien erarbeitet und mögliche neue Maßnahmen und Projekte bereits festgelegt.
Ein wesentlicher Schritt des Review wird es sein, die Stadt Leoben an die Region Leoben anzubinden bzw. die Zusammenarbeit und den Regionsgedanken zu stärken.
Ihre Projektidee
Evaluierung und erste Ergebnisse der Arbeitskreisrunden
Im Folgenden werden die Evaluierungen der einzelnen Leitbilder in groben Zügen dargestellt und die ersten wesentlichen Ergebnisse der Arbeitskreisrunden umrissen, um einen Eindruck über die Ausgangslage und die grundsätzliche Orientierung geben zu können:
Kultur/Tourismus-Leoben - Kultur ohne Vorurteile für Einheimische und Gäste 2002 - Archiv
Der Stadt Leoben ist es in den letzten Jahren gelungen, die Stadt als Zentrum von Kulturveranstaltungen auszubauen und zu stärken.
Die Schaffung des Museumsverbundes stellt einen wichtigen Punkt hinsichtlich der Vernetzung mit der Region dar.
Das Kulturmanagement arbeitet ständig an der Optimierung der dynamischen Kulturszene. So wurde beispielsweise ein Kulturleitbild für die Stadt erstellt. Einzig die Einrichtung eines internationalen Zentrums für Montankultur und -geschichte konnte noch nicht realisiert werden.
Das Leitprojekt im Bereich Freizeit und Gesundheit wurde gerade mit dem Projekt „AsiaSpa“ verwirklicht.
Die Optimierung im Tourismusmanagement konnte erhöht werden, jedoch sind gerade hier noch einige wesentliche Projekte offen.
Ergebnisse des Arbeitskreises:
- Interkommunale Kooperationen im touristischen und im kulturellen Bereich
- Zielgruppenorientierte Gesamtpakete im Tourismusbereich (wetterunabhängige Freizeiteinrichtungen, Frauen- und Singletourismus etc.)
- Errichtung von spezielleren Kulturinfrastrukturprogrammen (Zielgruppe Frau/Jugendliche/Senioren)
- Anregende Marketingmaßnahmen für den Tourismus
- Rasche und bessere Zusammenarbeit mit den Verantwortlichkeiten im Tourismus- und im Kulturbereich
- Errichtung eines Montanwissenschaftlichen Museums (Forschung in der Vergangenheit – Aktuell – und in der Zukunft)
Ihre Projektidee
Stadt/Leben-Leoben - Lebensqualität durch soziales und ökologisches Engagement und Dialog 2002 - Archiv
Die Einbindung der Region und gemeinsame Kooperationen in diversen Bereichen mit den Umlandgemeinden wird ein wichtiger Schritt für die nächsten Jahre in Leoben werden.
Die stetige Verbesserung und Weiterentwicklung des Lebensraumes sowohl als Wohn- als auch als Wirtschaftsraum war und wird auch weiterhin von entscheidendem Interesse in Leoben sein.
Der Umweltschutz und die qualitative Verbesserung des Natur- und des Lebensraumes sind Kernelemente bei der Umsetzung von Planungsprozessen und sind daher in jede Form der Planung zu integrieren.
Viele Maßnahmen und Projekte wurden diesbezüglich in Leoben erfolgreich umgesetzt, umso wichtiger ist es deshalb das Umweltbewusstsein weiter zu stärken.
Die Stadt Leoben engagierte sich in den letzten Jahren auch verstärkt im sozialen Bereich, so wurden etwa flexiblere Kinderbetreuungseinrichtungen und verbesserte Dienstleistungsangebote im Sozialbereich geschaffen.
Für die nächsten Jahre wird es daher erforderlich sein, neue Maßnahmen und Projekte zu initialisieren damit man das soziale Niveau halten aber auch stärken kann.
Ergebnisse des Arbeitskreises:
- Sanierung und Qualitätsverbesserungen von bestehenden Infrastrukturen (Altbeständen) und den „Quartieren“
- Die Nahversorgung, vor allem in den äußeren Stadtteilen, sichern
- Unterstützung von Nachhaltigkeitsprojekten im Umwelt- und Naturbereich
- Bewusstseinsbildung stärken
- Förderung von erneuerbaren Energien – hin zur autarken Stadt / Ökostadt (Photovoltaik, Solar, Pellets)
- Einrichtung einer interkulturellen Mediationsstelle (Vermittler) für AusländerInnen und InländerInnen
- Aspekt der geschlechterspezifischen Bedürfnisse in allen Strategiebereichen berücksichtigen (Gender Mainstreaming stärken)
Ihre Projektidee
Kompetenz/Wertschöpfungs-Leoben – Durch Kompetenz zu wirtschaftlichem Erfolg 2002 - Archiv
Gerade im Bereich „Bündelung der Kompetenzen“ ist in den letzten Jahren in Leoben enorm viel geschehen. Die Ansiedlung von Kompetenzzentren und die Verbesserung von Infrastrukturen und des Know-how (siehe Wirtschaftspark, Dienstleistungszentren etc.) sind Zeugen dieser Entwicklung.
Die Optimierung bzw. überregionale Anbindung des Wirtschaftsraumes Leoben wird einen wesentlichen Schwerpunkt bilden, wenn es darum geht, die Stadt und die Region zu vernetzen.
Die Wissensbilanzierung als wesentlicher Faktor zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes sollte weiter verfolgt und in das bestehende Aus- und Weiterbildungsangebot integriert werden, damit sich Leoben als Zentrum der Aus- und Weiterbildung in der Steiermark verstärkt positionieren kann.
Durch die Einführung des Studienzweiges „Logistik“ an der Montanuniversität Leoben und des HTL-Zweiges „Wirtschaftsingenieurwesen-Logistik“ kann sich Leoben als wichtiges Ausbildungszentrum in dieser Sparte positionieren.
Gerade im Bereich des Handelsmarketing (siehe Marketingbudget, Branchenmix) und der kundenorientierten Stadt sind noch einige Optimierungen vorzunehmen um der Bezeichnung „Handelsstadt der Obersteiermark“ auch weiterhin gerecht zu werden.
Durch den Neubau des Justizzentrums und der Funktion als ein modernes regionales Verwaltungs- und Behördenzentrum kann die Stadt Leoben seine zentralörtliche Funktion beibehalten und stärken.
Ergebnisse des Arbeitskreises:
- Effektives Standortmarketingkonzept für die Kompetenzzentren entwickeln
- Neustrukturierungen und Stabilisierungen der Kompetenzzentren
- Arbeitsplätze für Frauen, vor allem im Dienstleistungsbereich, schaffen
- Spezielle, soziale und zielgruppenorientierte Beratungsprogramme für Frauen, Jugendliche und Senioren entwickeln
- Regionale Qualifizierungsmaßnahmen für bildungsferne Gruppen einrichten
- Bedarfsanalyse an FacharbeiterInnen und gezielte Aus- und Weiterbildung fördern
- Themenbezogene Ausbildung stärken (Gesundheit, Tourismus, Landwirtschaft)
- Aufwertung einzelner Stadtteile durch gezielte wirtschaftliche Förderung (z.B.:Waasen)
- Steigerung der Kundenorientierung und der Dienstleistungsqualität
Ihre Projektidee
Universitäts-Leoben - Die Universität als Innovationszentrum 2002 - Archiv
Die Montanuniversität Leoben konnte ihre Position als Forschungs- und Innovationszentrum durch unterschiedliche Maßnahmen und Projekte stärken und ausbauen.
Die Kooperation und die Kommunikation zwischen der Montanuniversität Leoben, der städtischen Verwaltung und der Politik sollte weiter forciert und verbessert werden, damit eine noch bessere Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Montanuniversität gewährleistet ist.
Die Wahrnehmung und die Verankerung der Montanuniversität Leoben im Bewusstsein der BürgerInnen sollte vertieft werden.
Die Attraktivitätssteigerung des Wohnortes Leoben als Anreizsteigerung für Studierende aber auch für das Personal der Montanuniversität Leoben ist aufgrund des enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potentials der Montanuniversität weiter anzustreben.
Ergebnisse des Arbeitskreises:
- Die Kooperation und Kommunikation zwischen der Montanuniversität und die Stadt Leoben weiter stärken
- Wahrnehmung und Verankerung der Montanuniversität Leoben in der Stadt weiter stärken
- Entwicklung eines Universitäts-Campus (Gebäude mit Schwerpunkte)
- Einrichtung eines überparteilichen Wissenschaftsausschusses
- Wertschöpfungskette der MUL erkennen und fördern (Betriebsansiedelungskonzept)
- Bedarfsanalyse für die Studierenden
- Einbindung der Studierenden (ÖH) in den Wissenschaftsausschuss
- Gezielte Programme für ausländische Studierende
Ihre Projektidee
Kommunikations-Leoben - Kommunikation und Begegnung über Grenzen hinweg 2002 - Archiv
Die Kommunikationsfähigkeit zwischen Leoben, den gesellschaftlichen Gruppen, den Stadtteilen, der Montanuniversität Leoben und der Region sollte verstärkt und vor allem in Wert gesetzt werden und muss daher als wesentliches Ziel für die nächsten Jahre angesehen werden.
Die Maßnahmen und Projekte zur Steigerung der Lebensqualität für die BürgerInnen in Leoben wurden teilweise erfolgreich umgesetzt.
Unterstützungen zu Eigenverantwortlichkeiten und Eigeninitiativen seitens der BürgerInnen wurde durch ein Informationsmanagement und durch vereinfachte Kommunikationen (z. B. One-Stop-Shop) zwischen Politik, Verwaltung und Politik erreicht aber noch nicht optimiert.
Das regionale Marketing und die Positionierung Leobens als unverwechselbare Marke in Österreich und in Europa wird weiterhin ein wichtiger Punkt des Leitbildprozesses sein.
Ergebnisse des Arbeitskreises:
- Imagesteigerung und gezielte Kommunikation einzelner Stadtteile (Donawitz, Waasen, Judendorf)
- Regelmäßige Stadteilgespräche zur Dokumentation der Bevölkerungsbedürfnisse
- Kommunikative Prozesse in verschiedenen Bereichen stärken (soziale Gruppen, Altersgruppen, Frauen, Immigranten, Behinderte)
- Bürgernahe Verwaltung forcieren
- Einsetzung eines „Ombudsmann“
Ihre Projektidee
O.Univ.-Prof. Dr. Friedrich M. Zimmermann, Mag. Dr. Susanne Janschitz, Mag. Johanna Ehetreiber, Institut für Geographie und Raumforschung, Universität Graz






