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Planungsdokument 2001

Ganz Leoben soll von dem Prozess
"Gestalten Sie Zukunft" profitieren

Wo kämen wir hin, wenn alle fragten,
wohin wir kämen, wenn wir gingen
und keiner ginge um zu schauen,
wohin wir kämen, wenn wir gingen?
Kurt Matti

Städte und Regionen werden zunehmend mit neuen Entwicklungstrends konfrontiert: Gesellschaftliche Veränderungen, "neue" Arbeitsmärkte und die regionalspezifischen Einflüsse von Ostöffnung bzw. europäischer Integration sind ebenso zu nennen wie die Folgen technologischer Innovationen und der Globalisierung des Wettbewerbs. Die Dynamik dieser Entwicklungen nimmt rasant zu und erfordert neue Zielsetzungen. Dort wo sich Schwerpunkte und Zielsetzungen immer rascher ändern, können Stadt- und Regionalentwicklung nicht statisch bleiben - sie müssen sich neu definieren und neue Aktivitäten setzen.

Der Prozess "Gestalten Sie Zukunft" soll 

  • die Stadt Leoben national und international positionieren, ihr Profil und Image verleihen und Wege in eine lebenswerte und chancenreiche Zukunft aufzeigen,
  • eine längerfristige gemeinsame Vision für die Weiterentwicklung der Stadt festschreiben,
  • einen Grundkonsens über mittelfristig angelegte Ziele und Strategien schaffen,
  • durch die strategische Orientierung eine prioritäre und konsequente Umsetzung der Maßnahmen und Projekte garantieren,
  • eine konkrete Festlegung von Verantwortlichkeiten und Zeithorizonten bei Projekten festlegen sowie
  • eine Identifikation von Politik, Verwaltung, Unternehmungen, Bevölkerung etc. durch die gemeinsame Erarbeitung und Umsetzung der Zukunftsplanung erreichen.

Der Strategische Planungsprozesses "Gestalten Sie Zukunft" ist ein gesamtstädtischer Handlungsrahmen, der dynamisch, offen, demokratisch-partizipativ und kreativ die Akteure der Stadt und der Region in die Entwicklung einbindet, Synergien erzeugt und einen effizienten und bürgernahen Einsatz von Finanzmitteln gewährleistet.


Nach Oben

Das Schema des Strategischen Planungsprozesses "Gestalten Sie Zukunft" setzt sich aus vier hierarchischen Ebenen zusammen:

Die oberste Ebene, die Leitbilder sollen zukünftige Entwicklungen der Stadt leiten und als Orientierung dienen, an der sich die weiteren Planungsebenen ausrichten.

Zu jedem Leitbild wurden Ziele als nächste Ebene formuliert, zu jedem Ziel mit zunehmendem Detaillierungsgrad mehrere Strategien.

Ausgehend von den Strategien zur Zielerreichung wurde die vierte Ebene entwickelt, jene der konkreten Maßnahmen und Projekte einschließlich der Verantwortlichkeiten und einer groben Zeitplanung. Durch die Umsetzung in Form von Projekten soll ein unverwechselbares Erscheinungsbild entstehen, in dem die engagierten Bürgerinnen und Bürger sich selbst verwirklicht haben und sich wiederfinden können.



Die inhaltlichen Schwerpunkte von "Gestalten Sie Zukunft"

Im folgenden sollen die wesentlichen Ergebnisse des Strategischen Planungsprozesses "Gestalten Sie Zukunft" umrissen werden und einen Eindruck über die grundsätzliche Orientierung des Planungsdokuments zu folgenden Themen Universität, Kompetenz/Wertschöpfung, Kultur/Tourismus, Kommunikation und Stadt/Leoben vermitteln.


Universitäts-Leoben - Die Universität als Innovationszentrum

  • Ziel 1 Leoben bekennt sich zur Montanuniversität und fördert diese in ihrer strategischen Entwicklung.
  • Ziel 2 Eine Stadt und eine Universität - Leoben intensiviert die Zusammenarbeit mit der Universität.

Die Stoßrichtung von Universitäts-Leoben ist die Festigung der drei Kernbereiche MMM (Mining, Metallurgy, Materials) und die Verbesserung der Kooperation der Montanuniversität Leoben mit Politik und städtischer Verwaltung sowie die verstärkte Verankerung der Montanuniversität Leoben im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger.

Als Kernprojekte werden die Einrichtung von Fachhochschulstudiengängen mit Ausrichtung auf die Kernbereiche MMM sowie die Verbesserung des Marketings und die Erhöhung der Attraktivität Leobens für Studierende umgesetzt. Ziel ist es überdies, die Universität als Innovationsdrehschreibe und als öffentliche Plattform für die Bevölkerung zu etablieren.


Kompetenz/Wertschöpfungs-Leoben - Durch Kompetenz zu wirtschaftlichem Erfolg

  • Ziel 3 Erweiterung des Grundstofforientierten Wirtschaftsstandortes zur Weiterverarbeitung und zum internationalen High-Tech- und Dienstleistungszentrum.
  • Ziel 4 Bildung und Wissen als Kapital der Zukunft - Leoben sorgt vor.
  • Ziel 5 Arbeitsplätze mit Qualität - Leoben schafft neue Perspektiven für Wirtschaften und Arbeiten.
  • Ziel 6 Leoben - die führende Handelsstadt in der Obersteiermark.
  • Ziel 7 Leoben verstärkt seine zentralörtliche Funktion.

Die strategische Ausrichtung zielt insbesondere auf die Bündelung der Kompetenzen in der Region ab: durch Ansiedlung von Kompetenzzentren, die Verbesserung von Infrastruktur und Know-how sowie die überregionale Anbindung des Wirtschaftsraumes Leoben.

Für den Bereich "Bildung und Wissen" sind insbesondere die Wissensbilanzierung zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes sowie die Positionierung Leobens als das Aus- und Weiterbildungszentrum der Steiermark (Schwerpunkt Logistik) nennenswert. Die Bedeutung der Handelsstadt Leoben wird in erster Linie durch ein aktives Handelsmarketing und durch die Entwicklung zur kundenorientierten Stadt unterstützt.

Konkrete Maßnahmen betreffen die Optimierung des Branchenmix sowie die Verbesserung des Erscheinungsbildes der Geschäfte und der Kundenorientierung des Handels. Ein Kundenleitsystem wird diese Projekte unterstützen. Durch die Funktion eines modernen regionalen Verwaltungs- und Behördenzentrums wird Leoben seine zentralörtliche Funktion erhalten.


Kultur/Tourismus-Leoben - Kultur ohne Vorurteile für die Einheimischen und Gäste

  • Ziel 8 Leoben bleibt Kulturhauptstadt der Obersteiermark - Leoben erkennt die Bedeutung der Kultur in unserer Gesellschaft und unterstützt kulturelle Aktivitäten ohne Vorurteile.
  • Ziel 9 Schaffung der Destination Leoben.

Ziel ist, aufbauend auf die Erfolge der Großausstellungen, die Stadt Leoben als Zentrum von Kulturveranstaltungen auszubauen. Des weiteren wird die Realisierung des Museumsverbundes und die Einrichtung eines internationalen Zentrums für Montankultur und -geschichte die Vergangenheit modern präsentieren. Ein zentrales Kulturmanagement wird die traditionelle und die moderne Kulturszene bestmöglich integrieren.

Die touristische Entwicklung basiert auf der Schaffung der Destination Leoben durch die Realisierung eines Leitprojektes bzw. der Optimierung des Tourismusmanagements.


Kommunikations-Leoben - Kommunikation und Begegnung über Grenzen hinweg

  • Ziel 10 Unsere Stadt als obersteirisches Zentrum - Leoben wird für Menschen aus der Region und deren Anliegen zum Treffpunkt.
  • Ziel 11 Stadt für die Bürger - Bürger für die Stadt - Leoben bietet vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung und ist eine offene Stadt.
  • Ziel 12 Zeitgemäßes (über)regionales Marketing für Leoben.

Die Kommunikationsfähigkeit zwischen Leoben und der Region aber auch zwischen den gesellschaftlichen Gruppen wird als Schlüssel für ein gemeinsames Leoben verstärkt. Besonderes Augenmerk wird auf die Stärkung des Zentrums und die Entwicklung von Stadtteilzentren, z.B. durch Gesprächsplattformen oder institutionalisierte Treffpunkten gelegt.

Eine Verbesserung der Lebensbedingungen wird durch Unterstützung von Eigenverantwortlichkeiten und Eigeninitiativen der Bürgerinnen und Bürger aber auch durch optimale Information und Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung und Bevölkerung erreicht.



Stadt/Leben-Leoben - Lebensqualität durch ökologisches und soziales Engagement und Dialog

  • Ziel 13 Kulturraum, Aktionsraum, Lebens(t)raum - Leoben arbeitet an einer stetigen Verbesserung seines Lebensraums unter Einbeziehung aller LeobnerInnen.
  • Ziel 14 Schutz und qualitative Verbesserung des Naturraums - Leoben bleibt eine umweltaktive Stadt.
  • Ziel 15 Soziales Engagement - Leoben nimmt seine soziale Verpflichtung ernst.
  • Ziel 16 Verbesserung und Unterstützung der physischen und psychischen Gesundheit.
  • Ziel 17 Stadtverwaltung "Neu" - Leoben sucht den Dialog.

Die bedarfsorientierte Weiterentwicklung von Infrastruktur in Partizipationsprozessen ist für den Wohn- und Wirtschaftsstandort Leoben von entscheidendem Interesse. Die Einbindung der Region durch eine Neustrukturierung der städtischen und regionalen Mobilität ist für das Zusammenspiel Leobens mit seinen Umlandgemeinden und für die gemeinsame qualitative Verbesserung des Natur- und Lebensraumes bedeutend. Umweltschutzmaßnahmen (Luft- und Wasserqualität, Nutzbarmachung von Grünräumen etc.) sind zentrale Elemente bei allen Planungsprozessen.

Die für die Lebensqualität wichtige soziale Komponente soll insbesondere durch Schaffung eines Sozialplans und Verbesserungen der Dienstleistungsangebote im Sozialbereich sowie durch die Integration von Ausländerinnen und Ausländern erreicht werden. Für Menschen in Krisensituationen und für Problemgruppen werden Auffangeinrichtungen bzw. geschützte Bereiche geschaffen.


Die Umsetzung - der Schlüssel zum Erfolg

Durch die Umsetzung des Planungsdokumentes in Form von Projekten wird ein unverwechselbares Erscheinungsbild entstehen, in dem die engagierten Leobenerinnen und Leobener ihre Ideen und Beiträge wiederfinden können.

Ebenso wie es während des Planungsprozesses wichtig war, zu dokumentieren und kommunizieren, wird es für die Phase der Umsetzung entscheidend sein, Monitoring bzw. Evaluierungen durchzuführen.

Das Monitoring wird laufend vom Projektteam vor Ort durchgeführt, gedacht ist an ein Internet basierendes laufendes Projektcontrolling. Mindestens alle zwei Jahre werden 1-2 tägige Workshops (extern moderiert) die Zielerreichung, die Zielanpassung bzw. die durch externen Einfluss notwendigen Zieländerungen diskutieren und festschreiben. Ebenso wird die Projektumsetzung bzw. eventuell auch das Scheitern von Projekten konkreten Evaluierungen unterzogen werden.

O. Univ.-Prof. Dr. Friedrich M. Zimmermann, Mag. Michaela Bunderla
Institut für Geographie und Raumforschung, Universität Graz

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